Das Trachtenkleid und seine Geschichte

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Trachten galten lange Zeit als spießig und altmodisch, man verband sie sogar oft mit Volksmusik und traditionellen Dorffesten. Doch spätestens seitdem das Oktoberfest wieder durch internationale Prominenz zu einem boomenden Event wurde, sind Trachten wieder en vogue – das gilt sowohl für Lederhosen als auch für Dirndl und natürlich für regionale Trachtenmode. Doch woher kommt diese eigentlich genau? Tatsächlich verbirgt sich hinter Trachten eine beachtenswert lange Geschichte.

Die Geschichte der Trachtenmode – daher stammt sie wirklich

geschichte-trachtenkleidUrsprünglich leitet sich das Wort „Tracht“ von „tragen“ ab und heißt so viel wie „das Getragenwerden“. Somit lässt sich relativ sicher behaupten, dass die Trachtenmode eine der ursprünglichsten Bekleidungsarten überhaupt ist. Das „Dirndl“ ist dagegen die bayerische oder auch österreichische Bezeichnung für das, was man in Norddeutschland als „Dirne“ oder „Deern“ kennt, also ein junges Mädchen. Ein junges Mädchen, das also eine solche Tracht trägt, ist mit einem „Dirndlgewand“ bekleidet, das heutzutage kurz als „Dirndl“ abgekürzt wird. Das erste Mal kam das klassische Dirndl um 1870 auf, damals wurde es vorrangig von der Oberschicht als sommerliches, modisches Kleid getragen.

Der Einfluss der Kirche in die Trachtenmode
Jede Kleidung – egal, ob Trachtenmode oder nicht – ist stets ein Symbol für die Zeit, in der sie entwickelt worden ist. Sie drückt sowohl die wirtschaftliche als auch die politische Situation aus und kann auch die soziale Stellung des Träger bzw. der Trägerin wiederspiegeln. Ebenso kann sie ein Zeichen für eine bestimmte Region sein, doch auch hier gab es im Laufe der Jahre immer wieder Entwicklungen und Veränderungen. Die Tracht lässt sich also auch als Spiegelbild ihrer Epoche betrachten. Weiterhin steht die Kleidung eng in Zusammenhang mit dem Brauchtum der jeweiligen Region und ist mitunter auch mit Konfessionen bzw. der Kirche verknüpft. So ist beispielsweise zwischen evangelischen und katholischen Gebieten ein klarer Unterschied zwischen ihren eigenen Trachten zu erkennen. Katholische Gebiete besitzen meist Trachten, die eher bunt und in verschiedenen Farbtönen genäht sind, in evangelischen Gegenden dominieren dagegen eher klare Formen und schlichtere Designs.

Leder, Seide und mehr – Trachten und ihre verschiedenen Materialien
trachtenkleid-strickenFrüher konnten sich einfache Bürger nur schlichte Materialien wie Leder, Leinen oder auch Loden leisten, die vor allem strapazierfähig, aber selten aufwändig verziert waren. Stoffe wie Seide, Satin oder auch Brokat wurden dagegen von der Oberschicht getragen. Heute hat die Trachtenmode jedoch ein ganz neues Image bekommen: Sie ist allgemein qualitativ hochwertiger und vielfältiger gefertigt. Mittlerweile kann man auch mit einem kleinen Budget aus den verschiedensten Materialien wählen und muss dabei keine Kompromisse eingehen. Selbstverständlich ist die Preisspanne bei Trachten dennoch sehr groß: Vom günstigen Dirndl aus dem Kaufhaus bis hin zum Designerkleid, das mit Juwelen besetzt ist, bleiben keine Wünsche mehr offen. Auch bei Lederhosen für Herren gibt es große Unterschiede im Hinblick auf Qualität und Verarbeitung.

Ganz egal, für welche Tracht man sich entscheidet, fest steht, dass dieses Kleidungsstück mit seiner langen Geschichte etwas Traditionelles und ganz Besonderes ist, das man stolz tragen darf – sowohl zum Oktoberfest als auch zu regionalen Festen, privaten Feierlichkeiten oder zu anderen Anlässen.

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